"Stadt zwischen Schwarzwald und Schweiz" nennt sich die Doppelstadt Waldshut-Tiengen. Von den zehn Ortsteilen haben Tiengen, Gurtweil, Aichen-Gutenburg und Krenkingen große geschichtliche Bedeutung. Vier-Täler-Stadt ist der zweite Name, den sich der am 1. Dezember 1975 gebildete Zusammenschluß gibt. Eschbach, Indlekofen, Oberalpfen und Waldkirch schlossen sich bereits vier Jahre zuvor der Stadt Waldshut an. Breitenfeld, Detzeln, Eichen-Gutenburg, und Krenkingen gliederten sich 1974 an die Stadt Tiengen an. Der Zusammenschluß beider Städte mit ihren Gemeinden geschah dann auf Weisung der Stuttgarter Landesregierung. Rudolf von Habsburg baute die Festung Waldshut 1249 zum Schutz seiner Erblande. Tiengen war bereits 858 Verkaufsobjekt und 1112 ein ummauerter Marktflecken von Bedeutung, hatte rund 150 Jahre später Münzrecht und konnte 1415 einen Übergriff der Schweizer erfolgreich abwehren. Im gleichen Jahr verweigerte die Stadt Waldshut gegenüber König Sigismund den Gehorsam und verzichtete darauf, Reichsstadt zu werden. 1468 hielten die Waldshuter den Schweizer Anstürmen stand. Der Friede, der in Dogern unterzeichnet wurde, wird Waldshuter Friede genannt. Beide Städte feiern ihre historischen Auseinandersetzungen mit den Schweizern in aller Freundschaft gemeinsam mit den Aargauern. An Schwyzertag (Tiengen) oder Chilbi (Waldshut) sind Aargauische Persönlichkeiten zunehmend gern gesehene Festredner. Ein Fest "Hallo Nachbar" gilt der Freundschaftspflege. Beide Städte und die Bewohner ihrer Ortsteile sind sehr traditionsbewußt. Gefeiert werden Gebäude und Geschichtsdaten.
 Kulturell hatte die Doppelstadt bis etwa 1992 ein "Modell". Kulturveranstaltungen wurde von einer Gruppe um den Juristen Jürgen Klein ehrenamtlich durchgeführt. "Brückenschlag" ist ein Konzept des hauptamtlichen Städtischen Kulturreferats, das sich mit Künstlern beider Rheinseiten beschäftigt. Ein Großprojekt jährlich führt Künstler zusammen. "Horizonte" (1997) sollte gleichzeitig ein Stück Bewältigung der Industriegeschichte sein. Es fiel zusammen mit der Schließung des größten Arbeitgebers der Doppelstadt, die Schweizer Alusuisse - Lonza. Auf ihrem Gelände fanden über vier Wochen Ausstellungen, Workshops, Theater und Musikveranstaltungen statt. Beide Städte haben ihre berühmten Namen, die hier ein weltgeschichtlich bedeutendes Ereignis in Gang brachten. In Waldshut waren es Thomas Münzer und Balthasar Hubmaier, in Tiengen rief Bernhard von Clairveaux 1146 zum Kreuzzug auf. Während Waldshut als Waldvogtei voll von den Salpeterer-Aufständen getroffen wurde, wurde im Tiengener Rathaus Dr. Friedrich Hecker in die deutsche Nationalversammlung gewählt. Zwischen beiden Städten liegen zwei Kilometer, die früher von einem Grenz-Schlagbaum unterteilt wurde. Heute ist die Brücke über den Rhein nach dem Aargauischen Koblenz in kaum einer Beziehung noch Grenzbrücke, obwohl an beiden Seiten Zöllner stehen. Künstler beider Seiten können über die Kreis- beziehungsweise Kantonalsverwaltung Erleichterungen erhalten, wenn sie in einem der beiden Teile ausstellen oder auftreten wollen. Partnerschaft in Europa: Blois, Bretagne Frankreich
Lewes Großbritanien |