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Rickenbach

Einwohner: 3896
Erste urkundliche Erwähnung: 1208
Jahr der Gemeindereform: 1975
Rickenbach im Internet: 
    
  
Die unscheinbar wirkende Pfarrkirche von Rickenbach birgt einen der größten Kunstschätze Südbadens. Die Fenster des Gotteshauses wurden vom Karlsruher Glaskünstler Emil Wachter gestaltet, der auch den Altarraum mit einem beeindruckenden Wandgemälde (Bild) schmückte. Diese Werke schaffen viele Bezüge zwischen Historie und Gegenwart.
Bereits im Mittelalter war Rickenbach kirchlicher Mittelpunkt. Die Deutschordenskommende von Beuggen hatte seit dem 13. Jahrhundert das Kirchspiel ausgebaut. Nach einer Legende war es der Rickenbacher Pfarrer Dietrich (von Rickenbach), der 1255 die Todtmooser Wallfahrtskapelle errichten ließ. Die Burg Wieladingen, die zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert eine bedeutende Rolle spielte, gehört seit dem Gemeindezusammenschluß ebenfalls zum Verwaltungsbereich Rickenbach. Von hier aus überblickt man das Fricktal, das heute zur Schweiz gehört.
Innerhalb der Grafschaft Hauenstein ragte Rickenbach hervor. Es war Sitz eines gewählten Sprechers aller in der Gemeinde lebenden Personen, egal ob sie von Klosterherren abhängig oder sogenannte "freie" Bauern waren. Die Einungsorganisation hatte ihre eigene Gerichtsbarkeit, wählte unter freiem Himmel einen Sprecher (Einungsmeister) auf ein Jahr. Die acht Einungmeister wiederum wählten einen Sprecher (Redmann), der die Einungen gegenüber der Regierung vertrat. Die Einung hatte eigene Steuerhoheit, führte ein eigenes Siegel und eine eigene Fahne. Der Redmann war der eigene politische Vertreter. Einungsmitglieder waren berechtigt, Waffen zu tragen. Außerdem durfte - außer auf Wildschweine und Hochwild - frei gejagt werden. Jeder Einungsmeister mußte nach der Wahl schwören, so zu handeln, daß er es vor Gott verantworten könne. Ihre Privilegien und demokratische Selbstverwaltung verloren die Einungen der Grafschaft im Jahre 1752. Zu Verteidigungszwecken legten die Einungen Waldstriche auf Wällen an, sogenannte Hags. Bei Bergalingen sind Reste eines solchen Landhags gut erhalten. Ganz in seiner Nähe liegt ein riesiger Granitblock, der im Volksmund "Solfelsen" genannt wird. Für die Jäger und Sammler der Steinzeit war er eine bedeutende Landmarke, deren Herkunft im Dunkel der Vorgeschichte verborgen bleibt.
Im Ortsteil Hottingen ist eine Bewässerungsanlage des Mittelalters (Wuhr) zu sehen, das gut erhaltene "Hännerwuhr". Es gehört zu einem Bewässerungssystem, das gewerblich - etwa für Sägewerke - und landwirtschaftlich genutzt wurde.
Die gewählte Einungsverwaltung endete, als die österreichische Regierung mit den Salpeterer Unruhen nicht fertig wurde und die freien Wahlen abschaffte. Etwa ab 1755 wurden Einungsmeister und Redmänner von der Regierung eingesetzt. Mit der Eingliederung ins Großherzogtum Baden hörten ihre Ämter auf.
Diese bewegte Geschichte soll über ein Museum dargestellt werden. Bürgermeister Keller setzte sich im April 1999 an die Spitze einer entsprechenden Initiative "Museumsprojekt".
Partnerschaft in Europa:
Plombiières-les-Bains
Frankreich
 
  Zusatzinformationen
Erlebnisland - Energiemuseum
 
Letzte Aktualisierung dieser Information am 27.4.2005
  

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ISSN 1439-5940

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