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Lottstetten

Einwohner: 2169
Erste urkundliche Erwähnung: 827
Jahr der Gemeindereform: 1975
Lottstetten im Internet: 
    
  
Diese Gemeinde hat ihre wechselvolle Geschichte als Normalität in den Alltag integriert. Über das Gemeindegebiet führt die Schweizer Bahnlinie. Hier liegt ein Schweizer Bahnhof auf deutschem Gemeindegebiet und die Bundesstraße 27 ist eine Umgehungsstraße mit Anschlüssen an das Schweizer National- und Kantonalstraßennetz nach Schaffhausen und Zürich.
Die Ortsnamen Balm und Nack deuten auf keltisches Siedlungsland hin. Die Römer hinterließen Reste eine Brücke über den Volkenbach. Schließlich ist der Ort Lottstetten selbst während der alemannischen Landnahme etwa ab dem Ende des 4. Jahrhunderts nach Christus entstanden. Die ersten Urkunden über Lottstetten tragen das Jahresdatum 827. Die Klöster Rheinau und Öhningen, die Grafen von Lupfen, Habsburg-Laufenburg und Sulz wechseln sich im Besitz der Ländereien ab. 1449 wird die Burg Balm, der Sitz der Grafen von Sulz durch Auseinandersetzungen mit dem Kloster Rheinau, das von den Schaffhausenern unterstützt wird, völlig zerstört. Der Beginn des Dreißigjährige Krieg trifft auf Lottstetten als einem blühenden Markflecken. 1633 wird er durch einen Brand fast völlig vernichtet. Pest- und Hungerjahre folgen und dezimieren die Einwohnerzahl auf fast die Hälfte. Das Ende des Dreißigjährigen Krieges schaffte auch die Grenze zur Schweiz. Die benachbarten Gemeindem im Rafzer Feld sowie Rüdlingen und Buchberg gingen mit anderen Teilen des oberen Klettgaus durch Verkauf von der Landgrafschaft Klettgau an Zürich beziehungsweise an Schaffhausen über.
Die demokratische Bewegung in der Mitte des 19. Jahrhunderts fand in den Lottstettern Anhänger. Der Engelwirt Joseph Weißhaar war maßgeblich an der Badischen Revolutionsbewegung von 1848 beteiligt. Als der Jestetter Amtsbezirk 1840 aus dem Deutschen Zollverband ausgeschlossen wurde, gehörte auch Lottstetten wie Dettighofen zum "Zollausschlußgebiet". Diese wirtschaftliche Sonderstellung bescherte der Bevölkerung der Gemeinden Dettighofen,, Jestetten und Lottstetten "Goldene Zeiten". Sie konnten Waren sowohl auf den Märkten von Schaffhausen, Zürich und Waldshut zollfrei anbieten. Die Kehrseite der Medaille waren Schmugglerbanden, die tonnenweise Kaffee, Rauchwaren und Perlmutt über die Grenze brachten. Bis zu 300 Schmugglerbanden soll es gegeben haben, die in den Zollstationen von Bühl und Bachthobel gewalttätig wirkten. 1935 hob die Reichsregierung die Zollfreie Zone auf, um dem Schmugglereldorado ein Ende zu bereiten. Auch die Baden-Württembergische Regierung hielt an diesem Beschluß fest. Mit den Gemeinden Jestetten und Dettighofen bildet Lottstetten einen Gemeindeverwaltungsverband. Die wirtschaftlichen Verflechtungen zur Schweiz sind weiterhin eng.  
  Zusatzinformationen
Uwe Buchter
 
Letzte Aktualisierung dieser Information am 27.4.2005
  

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ISSN 1439-5940

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