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Jestetten

Einwohner: 5203
Erste urkundliche Erwähnung: 870
Jahr der Gemeindereform: 1975
Jestetten im Internet: 
   
  
Wohin sie gehörten, das wußten die Jestetter etwa bis zum Dreißigjährigen Krieg. So lange war der Rhein kein Grenzfluß und Schaffhausen mit dem Kloster Allerheiligen oder das Kloster Rheinau stellte die Führungsschicht, die das Sagen hatte. In seinen Urkunden ist Jestetten 870 erstmals erwähnt. Seit der Gemeindereform 1975 ist es mit Altenburg verwachsen, auf dessen Gemarkung ein berühmter keltischer Ringwall liegt, der gegen die einfallenden Schwaben schützen sollte. Von den Römern existierte eine Brücke, die unter Vespasian ( 9.Jahrhundert) gebaut wurde, über den Volkenbach. Bis ins 18. Jahrhundert bekam sie die Füße der zahlreichen Kriegsscharen zu spüren, die den Rhein entlang durch den Klettgau zogen. Acht Meter hohe Pfeiler machten sie zu einem besonders stattlichen Bauwerk. Eine Zeit lang nutzten die Grafen von Sulz das Schloß als Altersresidenz. Ihren finanziellen Schwierigkeiten im Dreißigjährigen Krieg verdanken die Dörfer Rafz und Wil ihre Angliederung an Zürich. Eine verwirrende Grenze entstand, die bis heute ein Erlebnis ist. Heute beherbergen die Mauern des Schlosses ein Altersheim.
Einige spätgotische Gebäude , die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt mit ihrem Hochaltar aus der Spätrenaissance zeugen von der Blütezeit des Gebietes. Der Redemptoristenpater Klemens Maria Hofbauer (1751 - 1820), den man auch den "Apostel Warschaus und Wiens" nennt, wirkte einige Zeit in Jestetten. Um die verwirrende Grenze des "Jestetter Zipfels" besser bewachen zu können, wurde das Gebiet 1806 zum "Zollausschlußgebiet" erklärt und die Grenzlinie auf zwei Kilometer Länge reduziert. Das bescherte der Bevölkerung der Gemeinden Dettighofen,, Jestetten und Lottstetten "Goldene Zeiten". Sie konnten Waren sowohl auf den Märkten von Schaffhausen, Zürich und Waldshut zollfrei anbieten. Die Kehrseite der Medaille waren Schmugglerbanden, die tonnenweise Kaffee, Rauchwaren und Perlmutt über die Grenze brachten. Bis zu 300 Schmugglerbanden soll es gegeben haben, die in den Zollstationen von Bühl und Bachthobel gewalttätig wirkten. 1935 hob die Reichsregierung die Zollfreie Zone auf, um dem Schmugglereldorado ein Ende zu bereiten. Auch die Baden-Württembergische Regierung hielt an diesem Beschluß fest.
Jüngste politische Bestrebungen suchen eine neue Lösung, die deutsch-schweizer Planungsgruppen beschäftigt.
Die schweizerische Gemeinde Neuhaus hat kein Gelände, auf dem sie Gewerbe ansiedeln könnt. Jestetten kann von seinen 20,61 Quadratkilometern, dessen Grenzen zu fast 90 Prozent Staatsgrenze zur Schweiz sind, einiges anbieten. Ein grenzüberschreitendes Gewerbegebiet das von Firmen beider Länder genutzt würde, wäre ein Möglichkeit. Weil die Schweiz nicht zur Europäischen Gemeinschaft gehört, ist dies jedoch ein schwieriges Unterfangen. Unter welchem wirtschaftlichen Recht sollen die Firmen arbeiten? Das deutsche Steuer- und Arbeitsrecht wird von Schweizer Firmen gegenüber dem eigenen als "ungünstig" eingestuft. Ob sich die Geschichte des Zollausschlußgebiets wiederholen wird? 
Bücher über die Gemeinde Jestetten
KopfSteinPflasterEchos
Das Jestetter Dorfbuch
 
Zusatzinformationen
Kolibri und die Fünfte Dimension
 
Letzte Aktualisierung dieser Information am 27.4.2005
  

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ISSN 1439-5940

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