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Höchenschwand

Einwohner: 2452
Erste urkundliche Erwähnung: 934
Jahr der Gemeindereform: 1974
Höchenschwand im Internet: 
    
  
Von weit her sichtbar ragt ein Kirchturm über Tannenwipfel: St. Michael von Höchenschwand. Schilder vor den offiziellen Ortseingängen sprechen vom "Dorf am Himmel", weil es auf dem Scheitelpunkt eines Höhenrückens gebaut ist. Seine Geschichte läßt sich aus sekundären Informationen zurückverfolgen bis 934. Aus diesem Jahr spricht eine Urkunde von "Bruder Beringer", der als Prior des Klosters St. Blasien bezeichnet wird und 974 der erste Abt wurde. Bruder Beringers Geburtsort wird mit Höchenschwand angegeben.
Das Kloster St. Blasien führt nach verschiedenen Quellen seinen Ursprung auf Rodungen (Schwandung) zurück, die von Brüdern angelegt wurden. Hachin-svanda oder Hächinswand war wahrscheinlich einer dieser Bruderhöfe. Als gesichert gilt, dass der gesamte Höchenschwander Berg um die Wende zum zweiten Jahrtausend besiedelt war. Die heutigen Ortsteile Frohnschwand erstmals in einer Urkunde von 1035 erwähnt und Heppenschwand (1328) gehen wahrscheinlich ebenfalls auf Bruderhöfe zurück. Der Ort "Tiefenhäusern" wird bereits 894 in einer Urkunde des Klosters St. Gallen erwähnt.
Im 15. Jahrhundert gehört das Gebiet zur vorderösterreichischen Herrschaft Hauenstein. Höchenschwand ist Sitz einer der vier Einungen "ob(erhalb) der Alb". Bei Tiefenhäusern befand sich die Hochgerichtsstätte der Hauensteiner Einung. Die weithin sichtbare Tanne, unter der zu Gericht gesessen wurde, wurde sogar als Symbol des "Hauensteiner Landes" ins Wappen aufgenommen. Daneben tagte aber auch das Wochengericht des Klosters St. Blasien im Mesnerhof neben der Michaelskirche, die im Jahre 1052 von einem Weihbischof aus Konstanz geweiht worden war. In der Niederschrift zur Einweihung ist erwähnt, daß an gleicher Stelle zuvor eine Kapelle gestanden hatte, die vom Blitzschlag getroffen worden war. Dieses Schicksal erlitt St. Michael nochmals im Jahre 1681. Weil die Benediktiner von St. Blasien dieses Gotteshaus erreichtet hatten, setzten sie es auch wieder in Stand, wie Paul Rudigier in seiner Pfarrchronik zu berichten weiss.
Die exponierte Lage brachte dem Bergdorf besonders in Kriegszeiten viele Probleme. Truppeneinquartierungen und Plünderungen während der Bauernaufstände und im Dreißigjährigen Krieg versetzten die Bevölkerung in manche Notlage. Selbst eine Befestigung mit Tor konnte nicht vor Übergriffen und Brandschatzungen bewahren. Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701 - 1714) muss das Elend besonders groß gewesen sein.
Als Einungssitz innerhalb der Grafschaft Hauenstein war Höchenschwand in die Salpeterer Unruhen ebenfalls involviert. Um 1766 war Johann Albiez Sprecher der gesamten Grafschaft Hauenstein. Ein Urenkel, Ernst Albiez sollte 1951 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet werden, wegen seiner Verdienste um die Verbesserung der heimischen Landwirtschaft. Auch der letzte Sprecher ("Redmann") der Grafschaft Hauenstein war der 1749 in Heppenschwand geborene Johann Michael Jehle.
Tiefenhäusern, Oberweschnegg, Unterweschnegg, Frohnschwand und Heppenschwand gehörten zusammen. Amrigschwand, Attlisberg, Ellmenegg, Amrigschwand, Segalen und Strittberg bildeten eine eigene Gemeinde, die zeitweise den Edlen von Gutenburg unterstanden, aber ebenfalls zur Einung Höchenschwand zählten. An Amrigschwand vorbei führte eine wichtige Verbindungsstraße von St. Blasien über Höchenschwand nach Gurtweil und weiter ins Klettgau und die Schweiz. Das Gasthaus Adler war damals als Taverne eine wichtige Rast- und Umspannstation.
Strittberg, der umstrittene Berg, hatte einst ein eigenes Adelsgeschlecht aus dem 1279 der Schultheiß von Waldshut Arnold von Strittperch, hervorging. 1425 kaufte das Kloster St. Blasien diese Länderei auf.
Leinegg, tief unten um Schwarzatal, bestand aus vier Höfen von denen der letzte 1973 abbrannte.
Attlisberg war Dinggerichtsort des Klosters St. Blasien. In Segalen vertrat zunächst der Waldvogt von Waldshut die Regierung. Die Übernahme durch das Kloster St. Blasien beendeten die häufigen Händel zwischen Kloster und Waldvogt.
1971 wurde die ehemalige Gemeinde Tiefenhäusern mit den Ortsteilen Tiefenhäusern, Unterweschnegg, Oberweschnegg, Frohnschwand und Heppenschwand zusammengeführt. 1974 wurde die ehemalige Gemeinde Amrigschwand mit den Ortsteilen Amrigschwand, Strittberg, Segalen, Attlisberg, Ellmenegg in die Gemeinde Höchenschwand eingegliedert. Um ihren Umbau zum Kur- und Bäderort machte sich die Familie Porten verdient.

Europa Kontakt:
Arradon
Frankreich, Bretagne
 
Bücher über die Gemeinde Höchenschwand
Christian Gotthard Hirsch
 
Zusatzinformationen
Internationale Sommersingwoche
 
Letzte Aktualisierung dieser Information am 27.4.2005
  

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ISSN 1439-5940

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