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Grafenhausen
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| Einwohner: |
2342 |
| Erste urkundliche Erwähnung: |
1095 |
| Jahr der Gemeindereform: |
1973 |
| Grafenhausen im Internet: |
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Eine Urkunde, die in Schaffhausens Museum Allerheiligen aufbewahrt wird, beweist: Am 8. Oktober 1095 errichtete Gebhard III von Konstanz eine St. Fides Kirche in Grafenhausen.
Sankt Fides, ein etwa 12jährige Mädchen, das im dritten Jahrhundert während der Christenverfolgung unter Kaiser Maximinus Daia (303-313) mutig seinen Glauben verteidigte, wurde gefoltert und hingerichtet.
Der Kirchenhistoriker Euseb, gestorben 339, verband in seiner Chronologie der Martyrer Dichtung und Wahrheit über ihr Leben. Der Augustinusschüler Orius (etwa 417) übernahm Eusebs Angaben in seine "christliche Weltgeschichte". Sie beherrschte das Mittelalter, schaffte Vorbilder, himmlische Fürsprecher und Nothelfer.
"fidèle" ist das französische Wort für treu und gläubig. Aus ihm wurde der Ehrenname "Sainte Foy", spanisch Santa Fé. Die Personifizierung einer unerschütterlich Glaubenden, für die trotz ihrer Jugend Folter und Tod weniger Bedeutung hatten als das Bekenntnis zum christlichen Glauben.
Wie kam nun eine Gedächtnisstätte für die Heilige in den Schwarzwald?
Reliquien wurden im Mittelalter hoch verehrt, gestohlen, teuer verkauft, auf jeden Fall gehandelt. Das ging den Reliquien von Sainte Foy nicht anders. Von Aden, der Hauptstadt der später britischen Kronkolonie, an der Südküste Arabiens gelegen, wurde der Reliqienschrein an einen der Hauptpilgerwege des Mittelalters, dem Weg zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostella "entführt". Pilgerwege nach Santiago überspannten die mittelalterliche Welt wie ein Netz. Die Reise nach Santiago war dem mittelalterlichen Menschen ein Bedürfnis. Conques, ein kleiner südfranzösischer Ort im Bezirk Aveyron, nordwestlich von Rodez liegt an diesem Pilgerweg. Hier hin wurden die Reliquien gebracht. Heute beherrscht eine überdimensionalen Wallfahrtskirche aus dem 11. Jahrhundert das gesamte Tal.
Auch Grafenhausen und Bannholz, Gemeinde Weilheim, lagen an einem der Pilgerwege nach Santiago de Compostella. Es ist anzunehmen daß die Verehrung der Heiligen auf diesem Weg verbreitet wurde. Aus Sainte Foy wurde in Deutschland Sankt Fides. Aus der kleinen Kapelle in Grafenhausen wurde ein großes Gebäude in dessen Chor an der rechten Seitenwand eine Votivtafel ein junges Mädchen zeigt, das aufrecht vor Gericht steht, der Stein für die Folter liegt bereits in einer männlichen Hand, Rutenbündel für die Brandfolter und Beil für die Enthauptung liegen bereit und der Lorbeer der Märtyrer schwebt in Engelshand herab. Im Deckengemälde des Freiburger Kirchen- und Kunstmalers Manfred Schmidt in den 50er Jahren unserers Jahrhunderts gemalt, spielt Sankt Fides eine Nebenrolle am linken Bildrand, die Krönung Mariens das Zentrum und die Kirche von Grafenhausen die Basis.
Der Hochaltar von 1730 war ursprünglich ein Marienaltar. Er wurde 1980 aus Mauenheim im Hegau gekauft. Aller Zierrat deutet weiter auf seinen Ursprung hin, das mit Rosen umgrenzte Herz Mariens, das IHS Zeichen für Christus. Im Zentrum des Altares allerdings die Schutzpatronin von Grafenhausen: St. Fides.
Als Ort wird Grafenhausen erstmals 1095 erwähnt. Kirche und ein Kloster standen bereits. Im Zuge der Gebietsregelungen zwischen den Klöstern Allerheiligen (Schaffhausen) und St. Blasien wurde Grafenhausen 1285 Stadt und blieb Schaffhausen zugeordnet. Durch die Gemeindereform von 1973 wurde Bulgenbach in die Gemeinde integriert. Hier liegt die Heimat des Bauernführers Hans Müller, der als Hauptmann vom Wald 1524/25 im südlichen Schwarzwald und Hegau von sich reden machte. Das Jahr 1530 war für Grafenhausen das Jahr der Trennung von der Schweiz. Die Stadt Schaffhausen tauschte die entfernt gelegenen Güter gegen das näher gelegene Schleitheim und Beggingen ein. So gelangte der Ort an die Stühlinger Landgrafen. Drei Waldgebiete wurden allerdings vom Tausch ausgeschlossen. So kommt es, daß das schweizerische Schaffhausen heute noch vier Quadratkilometer Wald innerhalb des Grafenhausener Staats- und Privatwaldes besitzt.
Bei den Stühlinger Landgrafen sollte Grafenhausen aber nicht bleiben. Über die Familien Pappenheim und Mörsberg gelangten die Ländereien 1609 doch in den Besitz des Klosters St. Blasien. Fürstabt Martin Gerbert gründete die Brauerei Rothaus, die nach der Säkularisation Staatsbrauerei wurde und heute noch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde ist. Europa, Kontakt: Combrit/Sainte Marine Frankreich,, Bretagne |
Bücher über die Gemeinde Grafenhausen
Kreuze und Gedenksteine
Die Bleiche am Farbweiher zu Grafenhausen
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| Letzte Aktualisierung dieser Information am 27.4.2005 |
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